Mit Voice-over-IP, kurz VoIP, können Telefonate über die Breitband-Internetleitung, also über Computernetzwerke, geführt werden. Es stellt einen Dienst dar, der über das Internet-Protokoll (IP) übertragen wird. Wörtlich übersetzt bezeichnet es die [Übertragung der] “Stimme über Internetprotokoll”. Mit der digitalen Sprachübermittlung ist es die moderne Alternative zur klassischen analogen Telefonie.
Technische Grundlagen
Um die hohen Datenmengen der digitalen Telefonie übertragen zu können, ist eine Breitband-Internetverbindung notwendig, also zum Beispiel nach dem DSL-, oder LTE-Standard. Die Verbindung ins Telefonnetz wird durch das Signaling ermöglicht. Das Signaling umfasst die drei Punkte Authentifizierung, Autorisierung und Kommunikationssicherheit. Bei der Authentifizierung wird die Identität sowohl des Anrufers als auch des Angerufenen überprüft und sichergestellt. Mit der Autorisierung wird erreicht, dass das Netzwerk nicht missbraucht wird (zum Beispiel durch sogenannte DOS-Attacken, bei denen das Netzwerk durch Außenangriffe künstlich überlastet wird). Die Kommunikationssicherheit verhindert, dass die Gespräche abgehört und manipuliert werden. Die sogenante IP-Adresse, die gleichzeitig nur einmal im Internet besteht, ist bei den meisten Endverbrauchern in Deutschland heuzutage immer noch dynmamisch, das heißt sie ändert sich bei jeder neuen Internet-Einwahl. Aus diesem Grund fungiert ein Server als Vermittlungsdienst für die Telefonate. Hat der Kunde eine feste IP-Adresse, wie es eher bei Firmen der Fall ist, kann auf dem genutzten PC ein eigener Vermittlungsserver installiert werden. Im Gegensatz zur klassischen analogen Telefonier wird bei VoIP die Sprache vollständig digitalisiert und in kleinen Daten-Paketen übertragen.
Das meistgenutzte Verbindungsprotokoll nennt sich SIP (Session Initiation Protocol). Wenn der Kunde ein neues VoIP-Gerät kauft, muss er sich bei einem SIP-Registra-Server registieren. Wenn in Folge ein Gespräch aufgebaut werden soll, sendet das Gerät eine Anfrage an den Server, dieser stellt dann die Verbinung zur Zieladresse her.
Akzeptanz und Nutzung
Laut einer Schätzung der Bundesnetzagentur nutzten Ende 2010 7,7 Millionen Nutzer Voice-over-IP. Telefon-Neuverträge werden heutzutage oftmals so geschlossen, dass alle Dienste (sowohl Internet als auch die Telefonie) im Rahmen sogenannter Komplettanschlüsse direkt per IP realisiert werden. Neben Software-Lösungen, die Telefonie am Computerbildschirm ermöglichen, können dank zwischengeschaltetem Adapter auch herkömmliche Telefone per Voice-over-IP telefonieren. Vor allem der Fakt der einfachen Umstellung kann Akzeptanzprobleme, auf die VoIP vor allem noch bei älteren Menschen stößt, abmildern.
Privat und geschäftlich
Während im privaten Gebrauch von VoIP von den Nutzern kleine Aussetzer, eventuelles Rauschen oder Echo-Effekte noch ansatzweise verziehen werden, wird besonders im professionellen Bereich, also in Firmen-Telefonnetzen besonders Wert auf eine hohe Sprachqualität und Ausfallsicherheit gelegt. Besonders die Integrität, also die ganzheitliche Verbindung von Telefon- und Computernetzen kann hier helfen, die Bürokommunikation smarter zu gestalten. So können Nachrichten auf dem Anrufbeantworter direkt per E-Mail an den zuständigen Mitarbeiter geleitet werden. Wechselt ein Kollege den Raum oder ist er in einer anderen Filiale, kann die angerufene Nummer beibehalten werden.
Ausblick
Telefonie per Internet ist die Telefonie der Zukunft. Zusatzdienste, die clevere Vernetzung von Computer- und Telefonnetzen, sowie die Abhörsicherheit machen es zur modernen Art der Kommunikation. Der Breitband-Netzausbau in Deutschland unterstützt diesen Trend. Dadurch ist künftig auch die weitere Steigerung der Sprachqualität möglich.